Nicola Vicentino (1511-1577) – ein biographischer Abriss

Über das Leben von Nicola Vicentino (1511-1577) sind nur vergleichsweise wenige Fakten bekannt. Eine Zusammenstellung der verstreut vorliegenden Informationen führt gleichwohl zu einer spannenden und wechselvollen Biographie, die wichtige Hinweise für die Kontextualiserung seiner Musik und seiner musikalischen Ideen bietet.

Geboren wurde Nicola Vicentino 1511 in Vicenza. Über seine Familie, Ausbildung und Tätigkeit in den ersten 25 Jahren seines Lebens ist nichts bekannt, allerdings kann vermutet werden, dass er schon in Vicenza Kontakt mit dem Humanisten Gian Giorgio Trissino (1478-1550) hatte.1Henry W. Kaufmann & Robert L. Kendrick, Art. „Vicentino“, in: NGrove 2  26 (2001), 526-8, 526. Später ist ein Kontakt mit dem Ferrareser Humanisten Lilio Giraldi belegt; Henry W. Kaufmann, The Life and Works of Nicola Vicentino (1511-c. 1576), o.O.; American Institute of Musicology 1966 (Musicological Studies and Documents 11), 20. Sicher ist, dass er die Weihen erhielt und den Titel ‚Don‘ führte, wenn auch bislang ein Beleg darüber fehlt, wo und wann dies stattfand; in einem Dokument von 1563 wird er allerdings als ‚clericum vicentinum‘ bezeichnet, also aus dem Bistum Vicenza.2Dies bei seiner Wahl als Kapellmeister in Vicenza am 9. Januar 1563; Giovanni Mantese, Storia musicale vicentina, Vicenza: Banca Cattolica del Veneto 1956, 47 Fn. 36. Weiter bezeichnet er sich 1546 in seiner ersten Publikation als Schüler von Adrian Willaert (ca. 1490-1562),3Del unico Adrian Willaerth discipulo don Nicola Vicentino Madrigali a cinque voci per theorica et pratica da lui composti al nuovo modo dal celeberrimo suo maestro ritrovato, Libro primo, Venedig [Scotto] 1546. der ab 1527 im nahegelegenen Venedig tätig war und davor in Diensten der Este (von Kardinal Ippolito I und von Herzog Alfonso) stand; die Verbindung Willaerts zu den Este könnte auch Vicentinos späteren Kontakt zu ihnen erklären. Gewidmet ist dieser erste Druck aber einer adligen Dame aus Vicenza (Lucretia Chiericata), die ihn vielleicht protegiert hatte, möglicherweise aber auch nur den Druck finanzierte.4Sie war vermutlich die Frau von Girolamo Chiericata, der den Architekten Palladio förderte; Jane A. Bernstein, Music Printing in Renaissance Venice: The Scotto Press (1539-1572), New York etc.: Oxford University Press 1998, 340.

Zu dieser Zeit beschäftigte sich Vicentino aber bereits seit gut 10 Jahren mit den antiken Genera und dem, was er später „nuove armonie“ nannte. Das geht zum einen hervor aus seinem Gesuch um ein venezianisches Privileg für den Druck und die Ausübung entsprechender Musik im Oktober 1549.5Richard J. Agee, The Privilege and Venetian Music Printing in the Sixteenth Century, Ph.D. Diss Princeton 1982, 101-2, 179 und 222-3. Das folgende Zitat auf p. 202. Hier begründet er sein Gesuch unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass er sich bereits  seit 15 Jahren damit beschäftigt habe: „[…] gia anni .15. habbi datto opera agli studij della theoricha et praticha musicale et cum gravissime fatiche et vigilie, ha restituito al mondo la praticha del cantar et sonar le dui generi (gia tanto tempi persi)“. Diese Datierung ‚um 1534‘ wird auch durch Ghiselin Danckerts (ca. 1510-1565) bestätigt.6Ghiselin Danckerts, „Trattato sopra una differentia musicale“ (in I-Rv Ms. R. 56, fol. 382r). Hier berichtet Danckerts auch von einem notariellen Vertrag zwischen Vicentino und Sängern des Kardinals (und u.a. auch Bischofs von Vicenza) Niccolò Ridolfi 1549, ihnen seine Kunst zu lehren; vgl. Kaufmann, The Life and Works, 22, und Maria Rika Maniates, Nicola Vicentino, Ancient Music Adapted to Modern Music, New Haven & London: Yale University Press 1996 (Music Theory Translation Series), xv-xvi. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er bereits zu dieser Zeit (oder doch bald darauf) in Verbindung mit dem Este-Hof in Ferrara stand. Neben hochgestellten Schülern dort, die er in seinem 1555 erstmals gedruckten Traktat L’antica mvsica auflistet,7Lʼantica mvsica, fol. 10v: unterrichtete Alfonso (1533-1597), dessen Tante Leonora (1515-1575) sowie seine Schwestern Lucrezia (1535-1598) und Leonora (1537-1581). befand er sich in Diensten von Kardinal Ippolito II (1509-1572), dem der Traktat auch gewidmet ist. Bislang war als aktenmässiger Beleg dafür nur eine Zahlung an „cantori del card. Ippolito II dʼEste“ von 1554 bekannt.8Hier wird ein „Messer Nicolo“ genannt;  Walter Weyler, „Documenten betreffende de Muziekkapel aan het Hof van Ferrara“, in: Vlaamsch Jaarboek voor Musiekgeschiedeneis 1 (1939), 81-113, 93. Dank den Forschungen der englischen Historikerin Mary Hollingsworth, die die weitgehend erhaltenen Rechnungsbücher des Kardinals sichtete und auswertete, lassen sich nun Zahlungen an „Don Nicola cromaticho capellano“, wie er dort genannt wird, zwischen 1551 und 1559 belegen.9Vgl. Mary Hollingsworth, The Cardinal’s Hat: Money, Ambition and Housekeeping in a Renaissance Court, London: Profile 2004. Einen sehr herzlichen Dank an Dr. Hollingsworth für die freundliche Überlassung ihrer Materialien.  Ippolito II dʼEste pflegte gute Beziehungen zu Frankreich und hielt sich 1536-1539 am Hofe des französischen Königs François I auf, der auch seine Erhebung zum Kardinal durchsetzte (Mailänder Erzbischof war er schon mit 10 Jahren geworden, indem er das Amt von seinem Onkel Ippolito I erbte). Ippolito war insgesamt dreimal ‚papabile‘ (1549, 1555 und nochmals 1559), scheiterte aber als profranzösischer Kandidat an einer prokaiserlichen Allianz. Seine mächtige Stellung verlor er abrupt mit Wahl von Papst Paul IV. am 23. Mai 1555. Er wurde der Simonie und des liederlichen Lebens angeklagt, verlor seinen Posten als ‚governato‘ von Tivoli und musste ins Exil nach Ferrara fliehen.10Er kam erst 1559 nach dem Tode des Papstes wieder zurück nach Rom und ging 1561-63 als päpstlicher Legat nach Frankreich; Davide Daolmi, Don Nicola Vicentino Arcimusico in Milano. Il beneficio ecclesiastico quale risorsa economica prima e dopo il Concilio di Trento. Un caso emblematico, Lucca: Libreria Musicale Italiana Editrice 1999 (Quaderni dell’Archivio per la Storia della Musica in Lombardia 1), 3. Die Bindung von Vicentino an diesen mächtigen Kardinal und Kirchenfürsten lädt einerseits zur reizvollen Überlegung ein, wie wohl die europäische Musikgeschichte verlaufen wäre, wenn Vicentino der Kapellmeister eines Papstes geworden wäre. Andererseits erklärt der jähe Fall des Kardinals 1555 vielleicht auch ein Stück weit die Erfolglosigkeit des zur gleichen Zeit publizierten Traktates von Vicentino.

Obwohl sich Vicentino schon seit Jahren mit dem Thema beschäftigt hatte, scheint er erst gegen Ende der 1540er Jahre die konkrete Absicht zur Veröffentlichung eines Traktates gehabt zu haben. Das belegen zum einen das bereits erwähnte venezianische Privileg 1549 wie auch die Aussage zu Beginn der L’antica mvsica, er habe im Jahre 1550 damit begonnen.11Lʼantica mvsica, fol. 10r+v („[…] uero è che molti anni io mi son affaticato, et quando è piaciuto alla bontà à Diuina, mʼha dato il lume di principar detta prattica nella mia età de glʼanni quaranta nel mille cinque cento e cinquanta, lʼanno Santo, nel felicissimo Pontificato di Papa GIVLIO III.“). Unterbrochen wurde die Arbeit daran durch den berühmten Rechtsstreit mit einem Sänger der päpstlichen Kapelle, Vicente Lusitano (ca. 1520-nach 1561). Der Streit entzündete sich an der Diskussion, ob eine bestimmte polyphone Komposition (ein nicht näher identifiziertes ‚Regina coeli‘) als diatonisch oder nicht zu bezeichnen sei.12Eine gute Zusammenfassung der Diskussion bietet Maniates, Nicola Vicentino, xvii-xxii. Vicentino vertrat die vielleicht etwas spitzfindige Position, dass Musik nur dann als diatonisch (oder auch chromatisch oder enharmonisch) zu bezeichnen sei, wenn ausschliesslich die charakteristischen Intervalle des jeweiligen Genus benutzt würden (im Falle des Diatonischen nur Ganz- und eben ‚diatonische‘ Halbtöne wie zwischen e und f, also keine Terzen usw.). Lusitano hingegen erkannte in der betreffenden Musik kein vollständiges chromatisches oder enharmonisches Tetrachord, weshalb sie diatonisch sei. In einem aufwendigen Verfahren, dass in Vicentinos Lʼantica mvsica wie auch in dem genannten Traktat von Ghiselin Dankerts dokumentiert ist, unterlag Vicentino und musste eine vorher vereinbarte Geldstrafe zahlen.

Ein weiterer Hinderungsgrund, den Traktat fertigzustellen, lag in der hohen Mobilität seines Dienstherrn: Bereits 1551, kurz nach der verlorenen Debatte mit Lusitano, ging der Kardinal nach Ferrara,13Lʼantica mvsica, fol. 59v. vom November 1552 bis Juni 1554 war Vicentino im Gefolge des Kardinals bei der Verteidigung des belagerten Sienas anwesend.14Lʼantica mvsica, fol. 95v. Kapellmeister des Kardinals war zu dieser Zeit übrigens der Franzose Pierre Sandrin (ca. 1490-ca. 1561), was ebenso wie die späteren Frankreich-Aufenthalte des Kardinals für die bislang noch kaum untersuchte Rezeption Vicentinos in Frankreich verantwortlich sein könnte.

Anschliessend wird er sich für die unmittelbare Drucklegung der Lʼantica mvsica in Rom aufgehalten haben, wo der grossformatige und grosszügig ausgestattete Druck 1555 beim Verleger Antonio Barré erschien.15Barré war Sänger in der Cappella Giulia gewesen und war Zeuge beim Streit zwischen Vicentino und Lusitano;  Maureen Elizabeth Buja, Antonio Barré and Music Printing in Mid-Sixteenth Century Rome, Ph.D. Diss. University of North Carolina at Chapel Hill 1996. Nach der Wahl von Papst von Paul IV. musste Kardinal Ippolito Rom verlassen und es ist anzunehmen, dass ihm Vicentino nach Ferrara folgte.

Neben einer zweiten Auflage der Lʼantica mvsica, die mit 1557 datiert ist und möglicherweise nur eine Verwertung des Restes der Erstauflage darstellt,16Siehe Kaufmann, The Life and Works, 101-2, Fn.2; Maniates, Nicola Vicentino, xxiii Fn. 39; Buja, Antonio Barré, 106-7. ist das nächste Dokument für Vicentino eine 1561 in Venedig gedruckte Werbeschrift für das neu gebaute Arciorgano, datiert auf den 25. Oktober. (Eine Übertragung und Übersetzung, sowie ein Kommentar dieses Textes befinden sich in separaten Posts). Er hielt sich aber nicht nur für die Betreuung des komplizierten Baus in Venedig auf, in einem Schreiben an den Bischof Arras 1561 bezeichnet sich Vicentino als „M[aest]ro di Cappella di S.ta Panthaleon“ in Venedig.17Brief vom 4. Januar 1561 an Kardinal Antoine de Perrenot Granvelle in E-Madrid, Real Biblioteca, Ms. II/2275, Nr. 13. Wie auch der Inhalt und die Formulierungen der Werbeschrift lassen vermuten, war er zu dieser Zeit nicht mehr in Diensten des Kardinals und suchte nach einem neuen Patron.

Zwischen Januar 1563 und Januar 1565 amtierte er als Kapellmeister an der Kathedrale seiner Heimatstadt Vicenza, wo zu seinen Aufgaben auch der Musikunterricht gehörte („docendum clericos musicam“).18Giovanni Mantese, Storia musicale vicentina, Vicenza: Banca Cattolica del Veneto 1956, 47 (zit. bei Kaufmann, The Life and Works, 36). Ein naheliegender Kontakt zur dortigen ‚Accademia Olimpica‘ ist bislang nicht belegt. Von Vicenza aus ging er nach Mailand, wo er als ‚rettore‘ an San Tommaso in Terramara belegt ist, dort u.a. mit der Aufgabe „insegnar canto fermo e figurato“.19Davide Daolmi, Don Nicola Vicentino Arcimusico in Milano. Il beneficio ecclesiastico quale risorsa economica prima e dopo il Concilio di Trento. Un caso emblematico, Lucca: Libreria Musicale Italiana Editrice 1999 (Quaderni dell’Archivio per la Storia della Musica in Lombardia 1), insbesondere 63-104. San Tommaso gehörte zum Einflussbereich von Carlo Borromeo (1538-1584), dem wichtigen Mailänder Erzbischof (ab 1564) und einflussreichen Kardinal beim Trienter Konzil. Hier liegt auch eine Erklärung, warum Borromeo 1565 seinen ‚vicario generale‘ in Mailand Niccolò Ormaneto beauftragt, nicht nur Vincenzo Ruffo, Kapellmeister am Mailänder Dom, „di questa musica intelligibile“ zu bitten, sondern auch Vicentino um eine Messe im chromatischen Stil.20Lewis Lockwood, „Vincenzo Ruffo and Musical Reform after the Council of Trent“, in: MQ 43/3 (1957), 342-71, 349-50 („Aspetterò la messa del Ruffo; et se costì in Milano si trovasse don Nicola della musica cromatica, potresse pregarlo anchor lui che ne componesse una, perché dal paragone di molti musici eccellenti meglio si potrà far giudicio di questa musica intelligibile.“)

Zwischen 1570 und 1572 stand Vicentino in Kontakt mit dem Münchner Hof von Wilhelm V., dem er über die Vermittlung seiner Mailänder Agenten Musik sendet und dabei auch auf seine Instrumente hinweist.21Bertha Antonia Wallner, „Urkunden zu den Musikbestrebungen Herzog Wilhelms V. von Bayern“, in: Gedenkboek aangeboden aan Dr. D. F. Scheurleer op zijn 70sten Verjaardag, s’Gravenhage: Nijhoff 1925, 369-77, 369-73; Henry Simonsfeld, „Mailänder Briefe zur bayerischen und allgemeinen Geschichte des 16. Jahrhunderts“, in: Abhandlungen der Historischen Classe der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften 22, München: Verlag der Akademie 1902, 231-575. – Denkbar wäre bei diesem Kontakt auch eine Beteiligung Orlando di Lassos, der Vicentino vermutlich in Rom getroffen hatte. Der erhaltener Briefwechsel nennt Vicentino zusammen mit seinen Schüler Gioseppe Caimo (ca. 1545-1584), was vielleicht neue Einsichten in Vicentinos Mailänder Zeit bietet. Caimo war Mitglied einer speziellen Akademie, genannt ‚Facchini della Val di Blenio‘ um den Maler Giovanni Paolo Lomazzo (1538-1600).22Daolmi, Vicentino, 93-5 (Caimo hier mit dem Namen „Compà Caglim“ als „organistra dra Val“). Weiter ist hier auch Prospero Visconti, Signore di Breme (1543-1592), zu nennen, der ein „organo cromatico de don Nicola“ besass.23Stefano Della Torre & Richard Schofield, Pellegrino Tibaldi architetto e il S. Fedel di Milano. Invenzione e costruzione di una chiesa esemplare, Como: NodoLibri 1994 (Storia dʼarte 4), 37. Dieser kulturelle Umkreis könnte vielleicht auch zur Klärung des Hintergrunds der Medaille beitragen, die auf Vicentino gemünzt wurde. Schliesslich erscheinen in Mailand auch zwei weitere Musikdrucke mit Motetten und Madrigalen Vicentinos, die von seinem Schüler herausgegeben wurden.24Archimusici theorici et practici. et novae harmoniae inventoris. Nicolau Vicentini, Moteta cum quinque vocibus, Liber quartus, Mailand: Paolo Gottardo Pontio 1571; Madrigali a cinque voci, di lʼarcimusico Don Nicola Vicentino practico et theorico et inventore delle nuove armonie …, Libro quinto, Mailand: Paolo Gottardo Pontio 1572.

Ein kirchlicher Visitationsbericht aus dem Jahre 1572 weiss von unordentlichen Zuständen zu berichten (so fehlen die für einen Priester notwendigen Bücher, auch werden eine Frau und Kinder unklarer Abstammung bemängelt).25„Visitato pre Nicola Vicentino curato ulterior non ha li libri requisiti [= richiesti], ha in casa una donna senza licenza già doi anni fa con certi figliolini ma non si sa de chi siano figlioli et vi è un poco di suspitione, ha in casa uno strumento di musica qual dicer esser organo compìto.“; zit. nach Daolmi, Vicentino, xix und 86. 1577 starb Vicentino, vermutlich in Folge einer der in Mailand grassierenden Pestwellen.26Hercole Bottrigari, Il Desiderio overo De’ Concerti di varij Strumenti Musicali, Venedig: Ricciardo Amadino 1594, 41 („Morte di Nicola Vicentino. Contaggio grandissimo in Italia. 1576. & 1577.“); vgl. auch Daolmi, Vicentino, 101-4.

Anmerkungen   [ + ]

1. Henry W. Kaufmann & Robert L. Kendrick, Art. „Vicentino“, in: NGrove 2  26 (2001), 526-8, 526. Später ist ein Kontakt mit dem Ferrareser Humanisten Lilio Giraldi belegt; Henry W. Kaufmann, The Life and Works of Nicola Vicentino (1511-c. 1576), o.O.; American Institute of Musicology 1966 (Musicological Studies and Documents 11), 20.
2. Dies bei seiner Wahl als Kapellmeister in Vicenza am 9. Januar 1563; Giovanni Mantese, Storia musicale vicentina, Vicenza: Banca Cattolica del Veneto 1956, 47 Fn. 36.
3. Del unico Adrian Willaerth discipulo don Nicola Vicentino Madrigali a cinque voci per theorica et pratica da lui composti al nuovo modo dal celeberrimo suo maestro ritrovato, Libro primo, Venedig [Scotto] 1546.
4. Sie war vermutlich die Frau von Girolamo Chiericata, der den Architekten Palladio förderte; Jane A. Bernstein, Music Printing in Renaissance Venice: The Scotto Press (1539-1572), New York etc.: Oxford University Press 1998, 340.
5. Richard J. Agee, The Privilege and Venetian Music Printing in the Sixteenth Century, Ph.D. Diss Princeton 1982, 101-2, 179 und 222-3. Das folgende Zitat auf p. 202.
6. Ghiselin Danckerts, „Trattato sopra una differentia musicale“ (in I-Rv Ms. R. 56, fol. 382r). Hier berichtet Danckerts auch von einem notariellen Vertrag zwischen Vicentino und Sängern des Kardinals (und u.a. auch Bischofs von Vicenza) Niccolò Ridolfi 1549, ihnen seine Kunst zu lehren; vgl. Kaufmann, The Life and Works, 22, und Maria Rika Maniates, Nicola Vicentino, Ancient Music Adapted to Modern Music, New Haven & London: Yale University Press 1996 (Music Theory Translation Series), xv-xvi.
7. Lʼantica mvsica, fol. 10v: unterrichtete Alfonso (1533-1597), dessen Tante Leonora (1515-1575) sowie seine Schwestern Lucrezia (1535-1598) und Leonora (1537-1581).
8. Hier wird ein „Messer Nicolo“ genannt;  Walter Weyler, „Documenten betreffende de Muziekkapel aan het Hof van Ferrara“, in: Vlaamsch Jaarboek voor Musiekgeschiedeneis 1 (1939), 81-113, 93.
9. Vgl. Mary Hollingsworth, The Cardinal’s Hat: Money, Ambition and Housekeeping in a Renaissance Court, London: Profile 2004. Einen sehr herzlichen Dank an Dr. Hollingsworth für die freundliche Überlassung ihrer Materialien.
10. Er kam erst 1559 nach dem Tode des Papstes wieder zurück nach Rom und ging 1561-63 als päpstlicher Legat nach Frankreich; Davide Daolmi, Don Nicola Vicentino Arcimusico in Milano. Il beneficio ecclesiastico quale risorsa economica prima e dopo il Concilio di Trento. Un caso emblematico, Lucca: Libreria Musicale Italiana Editrice 1999 (Quaderni dell’Archivio per la Storia della Musica in Lombardia 1), 3.
11. Lʼantica mvsica, fol. 10r+v („[…] uero è che molti anni io mi son affaticato, et quando è piaciuto alla bontà à Diuina, mʼha dato il lume di principar detta prattica nella mia età de glʼanni quaranta nel mille cinque cento e cinquanta, lʼanno Santo, nel felicissimo Pontificato di Papa GIVLIO III.“).
12. Eine gute Zusammenfassung der Diskussion bietet Maniates, Nicola Vicentino, xvii-xxii.
13. Lʼantica mvsica, fol. 59v.
14. Lʼantica mvsica, fol. 95v.
15. Barré war Sänger in der Cappella Giulia gewesen und war Zeuge beim Streit zwischen Vicentino und Lusitano;  Maureen Elizabeth Buja, Antonio Barré and Music Printing in Mid-Sixteenth Century Rome, Ph.D. Diss. University of North Carolina at Chapel Hill 1996.
16. Siehe Kaufmann, The Life and Works, 101-2, Fn.2; Maniates, Nicola Vicentino, xxiii Fn. 39; Buja, Antonio Barré, 106-7.
17. Brief vom 4. Januar 1561 an Kardinal Antoine de Perrenot Granvelle in E-Madrid, Real Biblioteca, Ms. II/2275, Nr. 13.
18. Giovanni Mantese, Storia musicale vicentina, Vicenza: Banca Cattolica del Veneto 1956, 47 (zit. bei Kaufmann, The Life and Works, 36).
19. Davide Daolmi, Don Nicola Vicentino Arcimusico in Milano. Il beneficio ecclesiastico quale risorsa economica prima e dopo il Concilio di Trento. Un caso emblematico, Lucca: Libreria Musicale Italiana Editrice 1999 (Quaderni dell’Archivio per la Storia della Musica in Lombardia 1), insbesondere 63-104.
20. Lewis Lockwood, „Vincenzo Ruffo and Musical Reform after the Council of Trent“, in: MQ 43/3 (1957), 342-71, 349-50 („Aspetterò la messa del Ruffo; et se costì in Milano si trovasse don Nicola della musica cromatica, potresse pregarlo anchor lui che ne componesse una, perché dal paragone di molti musici eccellenti meglio si potrà far giudicio di questa musica intelligibile.“
21. Bertha Antonia Wallner, „Urkunden zu den Musikbestrebungen Herzog Wilhelms V. von Bayern“, in: Gedenkboek aangeboden aan Dr. D. F. Scheurleer op zijn 70sten Verjaardag, s’Gravenhage: Nijhoff 1925, 369-77, 369-73; Henry Simonsfeld, „Mailänder Briefe zur bayerischen und allgemeinen Geschichte des 16. Jahrhunderts“, in: Abhandlungen der Historischen Classe der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften 22, München: Verlag der Akademie 1902, 231-575. – Denkbar wäre bei diesem Kontakt auch eine Beteiligung Orlando di Lassos, der Vicentino vermutlich in Rom getroffen hatte.
22. Daolmi, Vicentino, 93-5 (Caimo hier mit dem Namen „Compà Caglim“ als „organistra dra Val“).
23. Stefano Della Torre & Richard Schofield, Pellegrino Tibaldi architetto e il S. Fedel di Milano. Invenzione e costruzione di una chiesa esemplare, Como: NodoLibri 1994 (Storia dʼarte 4), 37.
24. Archimusici theorici et practici. et novae harmoniae inventoris. Nicolau Vicentini, Moteta cum quinque vocibus, Liber quartus, Mailand: Paolo Gottardo Pontio 1571; Madrigali a cinque voci, di lʼarcimusico Don Nicola Vicentino practico et theorico et inventore delle nuove armonie …, Libro quinto, Mailand: Paolo Gottardo Pontio 1572.
25. „Visitato pre Nicola Vicentino curato ulterior non ha li libri requisiti [= richiesti], ha in casa una donna senza licenza già doi anni fa con certi figliolini ma non si sa de chi siano figlioli et vi è un poco di suspitione, ha in casa uno strumento di musica qual dicer esser organo compìto.“; zit. nach Daolmi, Vicentino, xix und 86.
26. Hercole Bottrigari, Il Desiderio overo De’ Concerti di varij Strumenti Musicali, Venedig: Ricciardo Amadino 1594, 41 („Morte di Nicola Vicentino. Contaggio grandissimo in Italia. 1576. & 1577.“); vgl. auch Daolmi, Vicentino, 101-4.

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