Das Projekt Studio31

Studio31 ist ein Forschungsprojekt der Hochschule für Musik Basel in Kooperation mit der Schola Cantorum Basiliensis, mit einer Finanzierung durch das KTI. Das Projekt läuft für rund zwei Jahre ab Juni 2015. Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung einer enharmonischen Orgel mit 36 Tasten pro Oktave und eines enharmonischen Cembalos mit 31 Tasten pro Oktave.

Klaviatur 3D

 

Das Design der Instrumente beruht auf Quellen und Instrumentenbau-Traditionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Der wichtigste Autor im Bereich der enharmonischen Musik und des entsprechenden Instrumentariums ist Nicola Vicentino, dessen Traktat L’antica musica ridotta alla prattica moderna zahlreiche Generationen von Komponisten, Theoretikern und Instrumentenbauer beeinflusst hat.

Von den beiden Instrumente ausgehend wird im Rahmen von Studio31 auch der musikgeschichtliche Kontext erforscht. Wer kannte Vicentinos Instrumente? Wer spielte darauf? Welche Musik entstand im Umfeld solcher Instrumente? Woher nahm Vicentino seine Idee? Wie hat er musikalisch gearbeitet?

Ein weiterer zentraler Aspekt des Forschungsprojekts ist die Anwendung im Bereich der zeitgenössischen Musik. Die enharmonischen Klaviaturen sind einerseits bequem zu spielen, da sie auf dem Layout einer konventionellen Klaviatur aufbauen, andererseits stellen sie aber auch unzählige neue Intervalle innerhalb der gewohnten Hand-Spanne zur Verfügung. Wie kann man kompositorisch damit umgehen? Wie weit wird das kompositorische Denken von konkreten Greif- und Denkweisen beeinflusst?

Um die Verbindung zu einem Aufführungskontext der Neuen Musik leichter zu gestalten, werden beide Instrumente mit Sensoren und Selbstspiel-Einheit ausgestattet, was die musikalischen Möglichkeiten nochmals vergrössert.

Das Forschungsprojekt widmet sich auch konkreten Anwendungsbereichen: Einstudierung und Aufführung historischer Stücke, Entwicklung zeitgenössischer Werke, Einsatz in der Ausbildung von Musikern.

Dieser Blog ist eine Materialsammlung und eine Dokumentation der Arbeiten rund um das Forschungsprojekt.

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