Arciorgano: das Gehäuse steht!

Ein weiterer wichtiger Schritt im Bauprozess unseres Arciorgano: das Gehäuse steht und alle windführenden Elemente sind dicht. Der Entwurf des Gehäuses stammt vom Architekten und Spezialisten für Architektur aus der Antike und der Renaissance Robert Bamert.

Gehäuse mit Prospekt

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Clavemusicum omnitonum: Entwicklung der Klaviatur

Die Klaviatur des Clavemusicum Omnitonum folgt bezüglich der räumlichen Tasten-Anordnung dem Original-Instrument von Vito Trasuntino (1609), das sich in Bologna1Im Museo internazionale e biblioteca della musica di Bologna, Inv. 1766. befindet.2Ausserdem existiert ein spielbarer Nachbau im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, angefertigt 1985 in der Restaurierungswerkstatt des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg unter Leitung von Friedemann Hellwig (Inv. MI 533). Nach einer Analyse der originalen Klaviatur hat sich das Team von Studio31 darauf geeinigt, die Mechanik neu zu konzipieren, um die offensichtlichen Risiken und Mängel der historischen Umsetzung zu vermeiden.

Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass die Tastenhebel nun parallel geführt werden, was es erlaubt, das Gehäuse des Instruments wie bei konventionellen Cembali kaum breiter als die Klaviatur zu bauen. Dies führt zu einer komplexen und handwerklich markant aufwändigeren Konstruktion der Tastenhebel. Clavemusicum omnitonum: Entwicklung der Klaviatur weiterlesen

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1. Im Museo internazionale e biblioteca della musica di Bologna, Inv. 1766.
2. Ausserdem existiert ein spielbarer Nachbau im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, angefertigt 1985 in der Restaurierungswerkstatt des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg unter Leitung von Friedemann Hellwig (Inv. MI 533).

Die Gestaltung des Orgelgehäuses

Der Gehäuseplan für das Arciorgano

Die Gestaltung des Gehäuses des Arciorgano stützt sich einerseits auf die Darstellung auf der Medaille, andererseits folgt sie architektonischen Prinzipien der Antike und der Renaissance. Dieser Text beschreibt die wichtigsten Elemente, die zur Gestaltung des Gehäuses beigetragen haben.

Ein Beitrag von Robert Bamert.

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Spielen auf der Fokker-Orgel

Im Januar 2016 hatte ich die aussergewöhnliche Gelegenheit, ein Rezital auf der Fokker-Orgel im Kleine Zaal des Muziekgebouw Amsterdam vorzubereiten (die Aufführung war Teil der Konzert-Reihe der Huygens-Fokker-Stiftung). In diesem Beitrag berichte ich von den Erfahrungen mit der Orgel und von den Erkenntnissen, die sich auf die Arbeit mit historischen vieltönigen Klaviaturen auswirken.

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Vieltönigkeit statt Mikrotonalität – Konzepte und Praktiken ‘mikrotonaler’ Musik des 16. und 17. Jahrhunderts

(Der Beitrag erschien zuerst in dem wichtigen Stuttgarter Kongressbericht Mikrotonalität – Praxis und Utopie, hg. von Cordula Pätzold & Caspar Johannes Walter, Mainz: Schott 2014 [Stuttgarter Musikwissenschaftliche Schriften 3], 85-113. An English version „‘Vieltönigkeit’ instead of Microtonality. The Theory and Practice of Sixteenth- and Seventeenth-Century ‘Microtonal’ Music“ is published in: Paulo de Assis (ed.), Experimental Affinities in Music, Leuven: Leuven University Press 2015 (Orpheus Institute Series), 64-90 and as Open Access PDF.)

‘Mikrotöne’ wie ‘Mikrotonalität’ sind sowohl vom Namen wie von den dahinter stehenden Konzepten ein Phänomen der jüngeren Musikgeschichte, was bereits ein Blick in die Fachlexika zeigt: So kennt etwa das Riemann Musik-Lexikon (1967) den Begriff gar nicht und auch in der „alten“ MGG erscheinen Mikrotöne nur als Übersetzung der engl. „Microtones“ (u.a. bezogen auf das Werk von Edgard Varèse). Hingegen gibt es einen eigenen Artikel im New Grove (2001): Dort findet sich zwar eine pragmatische Definition („Any musical interval or difference of pitch distinctly smaller than a semitone.“), aber auch der Hinweis, dass der Gebrauch von Mikrotönen in „Western art music“ vor allem ein Phänomen des 20. Jahrhunderts sei (mit Hinweis auf Komponisten wie Julián Carrillo, Alois Hába oder Charles Ives).1Paul Griffiths, Mark Lindley & Oannis Zannos, Art. „Microtone“, in: NGrove2 16 (2001), 624-5. Auch unter dem Lemma „Viertelton“ – ja eine relativ eingeschränkte Form von Mikrotonalität und nach Klaus Huber schlicht ein erweitertes oder potenziertes Halbtonsystem der von ihm bemängelten „Pan-Chromatik“ –2Siehe Hubers Beiträge, gesammelt in Max Nyffeler (Hg.), Klaus Huber, Umgepflügte Zeit. Schriften und Gespräche, Köln: MusikTexte 1999 (edition MusikTexte 006), insbesondere „Nähe und Distanz. Zum Streichtrio ‘Des Dichters Pflug’“ (pp. 224-34) und „Für einen lebendigeren Orgelklang. Stimmungssysteme, Temperatur, Mikrotonalität“ (pp. 83-8). würde man fündig werden, allerdings ebenfalls mit Belegen erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts.

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Anmerkungen   [ + ]

1. Paul Griffiths, Mark Lindley & Oannis Zannos, Art. „Microtone“, in: NGrove2 16 (2001), 624-5.
2. Siehe Hubers Beiträge, gesammelt in Max Nyffeler (Hg.), Klaus Huber, Umgepflügte Zeit. Schriften und Gespräche, Köln: MusikTexte 1999 (edition MusikTexte 006), insbesondere „Nähe und Distanz. Zum Streichtrio ‘Des Dichters Pflug’“ (pp. 224-34) und „Für einen lebendigeren Orgelklang. Stimmungssysteme, Temperatur, Mikrotonalität“ (pp. 83-8).

Klaviatur des Clavemusicum: erstes Modell

Für die Klaviatur des Clavemusicum omnitonum hat Markus Krebs ein erstes Modell angefertigt.

Im Gespräch mit Johannes Keller wurde dabei deutlich, dass nur kleine Anpassungen notwendig sind: die Obertasten sollen geringfügig schmaler werden, damit auch zwischen den Obertasten bequem die Untertasten erreicht werden können. Zudem soll das hinterste Glied der Obertasten etwas verlängert werden, um Raum zu schaffen für abgespreizte Finger beim Spiel auf den hinteren Obertastengliedern.

Als nächster Schritt wird ein bewegliches Klaviaturmodell angefertigt, um die technische Lösung der Führung und Anordnung der Tastenhebel zu prüfen.

(Dieser Klaviatur-Entwurf ist vergleichbar mit dem ersten Klaviatur-Modell des Arciorganos, siehe hier.)

Erste Bühnenerfahrungen mit dem Archicembalo

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, am 20. Oktober 2015 das frisch revidierte Archicembalo1Eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1974 von Marco Tiella und Formentelli, streng nach den Angaben von Vicentino. Herzlichen Dank an Marco Tiella, der sein Instrument für diesen Anlass grosszügigerweise zur Verfügung stellte. am Konzert „Claviers“ am Slowind-Festival 2015 in Ljubljana zu spielen.

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Anmerkungen   [ + ]

1. Eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1974 von Marco Tiella und Formentelli, streng nach den Angaben von Vicentino. Herzlichen Dank an Marco Tiella, der sein Instrument für diesen Anlass grosszügigerweise zur Verfügung stellte.