Arcitastiera: ein konkreter Entwurf

Bernhard Fleig hat den ersten Entwurf der Klaviatur in einem beweglichen Funktionsmodell stark weiterentwickelt. Von diesem neuen Modell ausgehend haben wir weitere kleine Verbesserungen ausarbeiten können, die nun in die Pläne für die Klaviatur des Arciorgano einfliessen werden.

 

In einem ersten Schritt fertigte Bernhard Fleig ein schlichtes, unbewegliches Modell der Vicentino-Klaviatur („Klaviatur-Modell 1“) an, das sich möglichst weit an Vicentinos Plänen orientierte, siehe hier.

Nun liegt ein neuer Entwurf vor, „Klaviaturmodell 2“, das im Vergleich zum „Klaviaturmodell 1“ signifikante Unterschiede bezüglich der Spiel-Ergnonmie aufweist:

  • Die Obertasten sind schmaler, um die Möglichkeit zu bieten, sich mit den Fingern zwischen die Obertasten zu bewegen. Dies ist von fundamentaler Wichtigkeit, wenn man gleichzeitig auf beiden Manualen spielen möchte.
  • Die Höhen-Abstufung der Obertastenglieder ist kleiner. Wird ein hinteres Tastenglied gedrückt, versinkt es hinter dem vorderen Tastenglied. Die so entstehende Stufe hindert den Finger daran, auf die vordere Obertasten abzugleiten und erhöht dadurch die Griff-Sicherheit.
  • Die Distanz zwischen den beiden Manualen ist kleiner, was ein manual-übergreifendes Spiel vereinfacht.

Die Auswertung des neuen Modells bestätigen, dass die Veränderungen gegenüber dem ersten Entwurf funktionieren und beibehalten werden können. Insbesondere die Möglichkeit, die Untertasten im Bereich zwischen den Obertasten erreichen zu können, erleichtert die Greifbarkeit enorm.

Bei Spielen auf dem neuen Modell sind neue Einsichten entstanden und bisher nicht beachtete Probleme rücken nun in den Vordergrund. Dies führt zu weiteren kleinen Veränderungen im Entwurf, die nun bei der Planung der definitiven Klaviatur des Arciorgano berücksichtigt werden.

  • Die Länge der Untertasten des oberen Manuals soll um 4mm verkürzt werden, um Griffe vom unteren Manual auf die Obertasten des oberen Manuals kompakter zu machen. Wir nehmen in Kauf, dass damit ein virtuoses Spiel, das sich ausschliesslich auf dem oberen Manual abspielt, weniger bequem möglich ist.
  • Die Distanz zwischen den Manualen kann um weitere 2mm verkleinert werden, ohne Risiken in der Funktionalität, Lebensdauer und Geräuscharmut der Mechanik einzugehen. Die verringerte Höhendifferenz erlaubt es noch immer, auch mit dem Daumen auf den Untertasten der Obermanuals zu spielen, ohne dabei die hinteren Obertastenglieder des unteren Manuals zu streifen.
  • Die hinteren Obertasten-Glieder im oberen Manual sollen um 5-6mm verlängert werden, um zu vermeiden, dass man während des Spiels mit den Fingern an das die Klaviatur vertikal abschliessende Brettchen stösst.
  • Die Untertasten des oberen Manuals sollen im vordersten Bereich dicker werden, um die Lücke zwischen den Manualen zu verkleinern. Es besteht die Gefahr, mit den Finden in diese Lücke zu rutschen. Diese Gefahr wird in reduziertem Mass auch weiterhin bestehen und kann nicht ganz aufgehoben werden, da die Tasten des Obermanuals naheliegenderweise Luft nach unten benötigen.
  • Die hinteren Obertastenglieder des unteren Manuals sollen quaderförmige Klötzchen erhalten, nicht abgewinkelte (sichtbar im mittleren Bild oben). Dafür muss der Tastenhebel des vorderen Gliedes ausgesägt werden, damit das Klötzchen des hinteren Gliedes darin versinken kann. Auf dem oberen Manual ist dies nicht möglich, weil die Tastenhebel zu dünn sind; deshalb bleiben die Obertastenklötzchen dort abgewinkelt.

(Überlegungen zum Umfang der Klaviatur befinden sich hier.)

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